Dienstag, 8. März 2016

Vierter Teil aus der Serie: Orte aus dem Grünen Dresdner

Vierter Teil aus der Serie: Orte aus dem Grünen Dresdner

Dieses Mal der letzte Teil aus dem Schumann-Bau. Es gibt einen kleinen Text und einige Bilder zu dem bemerkenswertesten Teil des Universitätsgebäudes. Anbei die Bilder von den sogenannten Todeszellen im Innenhof. Die Zellen sind als Kern der Gedenkstätte Münchner Platz den ganzen Tag über frei zugänglich. Man ist jederzeit willkommen, um sich sowohl die düstere Atmosphäre, als auch das blutige Erbe aus der NS-Diktatur anzuschauen und den Opfern zu gedenken.

Circa 1300 Menschen wurden im Innenhof durch eine Guillotine enthauptet. Zuvor waren sie gezwungen, in den winzigen Zellen auf ihre Hinrichtung zu warten. Dabei waren sie stets in der Lage, die Enthauptungen der anderen Häftlinge mitzuverfolgen. Als sogenannte Zentralen Hinrichtungsstätte hatte dieser Ort eine besondere Bedeutung für die Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten.
Seit 1999 ist der Ort Teil der Stiftung Sächsische Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft.










»Tina

Dieser so hoffnungsvolle Gedanke stellte sich schnell als zu verhängnisvoll heraus. Tina vernahm laute und stampfende Schritte, die sich dem Zellentrakt näherten. Augenblicklich stellte sie ihre Atmung nahezu vollständig ein. Wenige Sekunden später bemühte sie sich, nur mit dem oberen Teil ihrer Lungenflügel ganz leise und oberflächlich Luft zu holen.
Als sie sich so weit im Griff hatte, vernahm sie das Knirschen schwerer Stiefel innerhalb des Gebäudes. Verzweifelt versuchte die Geschichtswissenschaftlerin sich noch kleiner zu machen, als sie ohnehin schon war. Wie eine Maus kauerte sie in der hintersten Ecke der winzigen Todeszelle und betete.
Panisch vor Angst zitternd, eine Hand vor ihrem geöffneten Mund haltend, starrte sie die graue Öffnung der Kerkertür an. Immer in der Furcht, der Riese könne dort zu sehen sein, weiteten sich ihre Augen. Das Adrenalin peitschte durch ihre Blutbahnen und puschte sie innerlich auf. Sämtliche Drüsen in ihrem Körper produzierten Unmengen von Stresshormonen. Sie hockte wie ein auf Volllast laufender, aber in Leergang dastehender Hochleistungsmotor in der Ecke.«

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